Interview mit Diana Karl

Interview mit Diana Karl, 28 Jahre, Kindergartenleiterin in der Mustersiedlung

Das ist ein kleiner Kindergarten - wie viele Kinder betreuen Sie hier?

Bei uns sind 18 Kinder im Kindergarten Mustersiedlung, betreut werden sie von mir und einer Kollegin. Eigentlich haben Kindergartengruppen eine Stärke bis zu 25 Kindern, doch weil die Räumlichkeiten hier so klein sind, dürfen wir nur 18 Kinder aufnehmen.

Wer ist der Träger vom Kindergarten?

Ein eingetragener Verein, er heißt Kindergarten in der Mustersiedlung e. V. Eltern aus der Mustersiedlung haben den Verein gegründet, nachdem die Postbaugenossenschaft sich wegen der geänderten Gesetzgebung für Genossenschaften aus der Trägerschaft zurückgezogen hatte. Der Kindergarten selbst besteht schon seit etwa 80 Jahren. Heute wird er durch Beiträge der Eltern und natürlich durch Zuschüsse der Stadt finanziert.

Sind hier nur Kinder deren Eltern Mitglied der Genossenschaft sind?

Die meisten wohnen in baugenossenschaftlichen Wohnungen. Früher durften hier nur Kinder vom Post- und Telegrafenamtpersonal aufgenommen werden, aber heute ist das nicht mehr so.

Wie groß ist der Andrang, gibt es eine lange Warteliste?

Vor den Sommerferien werden in allen Münchner Kindergärten die Plätze vergeben. Um diese Zeit sind die Wartelisten deshalb natürlich nicht mehr so lang. Bei uns waren nur zwei Plätze frei, die haben wir bereits neu besetzt. Weil viele Eltern ihre Kinder in mehreren Kindergärten anmelden, dann aber nicht absagen, wissen wir immer erst mit Beginn des neuen Kindergartenjahres wie viele Kinder definitiv keinen Platz bekommen haben.

Die Postbaugenossenschaft ist Vermieter für den Kindergarten. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Das läuft ganz gut. Früher war der Vorstand des Kindergartenvereins auch bei der Postbaugenossenschaft im Vorstand. Das ist aber jetzt nicht mehr so. Ich habe mit dem Herrn Kaiser hin und wieder Kontakt oder mit Mitarbeitern der Genossenschafts-Verwaltung. Wenn wir ein Anliegen haben werden wir gut unterstützt, auch vom Hausmeister. Das ist sehr angenehm.

Der Kindergarten befindet sich in einem Wohnhaus. Gibt es da keine Konflikte mit den Nachbarn?

Den Kindergarten gibt es, wie gesagt, schon sehr lange hier im Haus und viele Mieter wohnen hier schon ebenso lange. Alle wussten, als sie hier eingezogen sind, dass der Kindergarten im Haus ist und dass es manchmal ein bisschen lauter wird. Es gibt selten Beschwerden.

Der Kindergarten hat eine schöne, ruhige Lage im Hof, abseits der Arnulfstraße...

Ja, das gefällt mir auch gut, wir fühlen uns hier sehr wohl. Jetzt wurden der Garten und der Spielplatz neu gestaltet, das genießen wir sehr. Allerdings könnten wir noch einen Raum zusätzlich gebrauchen, denn mit nur einem Raum sind wir etwas eingeschränkt.

Wohnen Sie selbst auch in einer Wohnung von der Baugenossenschaft?

Nein, ich wohne nicht hier. Ich hab mich letztes Jahr, als ich hier begonnen habe, für eine genossenschaftliche Wohnung interessiert, es war aber leider nichts frei.

Was wünschen Sie sich in Zukunft für Ihren Kindergarten außer einem zusätzlichen Raum?

Dass er weiter bestehen kann, denn so kleine Kindergärten haben es immer recht schwer. Wir müssen etwas höhere Kosten veranschlagen, damit sich der Kindergarten auch trägt. Es wäre sehr schade um den Kindergarten, denn er ist wichtig für dieses Viertel. Neue Kindergärten werden zwar gebaut, aber wo? Ich glaube, unser Kindergarten liegt allen sehr am Herzen.