Interview mit Manfred Kroiß

Interview mit Manfred Kroiß, 46 Jahre, Ladenmieter Arnulfstraße

Herzlichen Glückwunsch zur Geschäftseröffnung! Sie haben dieses Lotto-Toto-Geschäft an der Arnulfstraße jetzt neu übernommen?

Ja, zum 1. Juli habe ich das Geschäft von Frau Meyer übernommen. Sie hatte es drei Jahre lang geführt, jetzt möchte sie sich ganz ihrer Familie widmen. Ich freu' mich sehr über die Chance. Ich konnte das Geschäft schließlich mitsamt der netten Kundschaft übernehmen...

..., die in dieser Gegend an der Arnulfstraße wohl eher keine zufällige Laufkundschaft ist?

Richtig, das sind überwiegend Stammkunden aus allen Altersgruppen.

Auf diesen wenigen Quadratmetern können Sie trotzdem für jede Altersgruppe etwas anbieten?

Sicher! Auf 30 Quadratmetern kann ich ein schönes Sortiment anbieten. Es besteht aus Schreibwaren und Schulartikeln, Süßigkeiten, Eis und Getränken. Ich führe Zigaretten und Tabakwaren, Zeitschriften und Tageszeitungen. Außerdem kann man hier Lotto und Toto spielen, Kopien anfertigen lassen oder kleine Geschenkartikel kaufen.

Eigentlich ein perfektes Angebot - gibt es dennoch etwas, was Sie daran ändern möchten?

Dazu habe ich keine Veranlassung. Das Grundsortiment bleibt mit Sicherheit gleich, denn es ist hervorragend eingeführt und hat sich bewährt. Ich möchte keine großartigen Veränderungen durchführen, dieses Geschäft soll Bestand haben. Der Laden gehört seit vielen Jahren hierher, die Kunden fühlen sich wohl damit. Es gibt also keinen Grund irgendetwas zu ändern.

Wie sind Sie an den Laden gekommen?

Das war ganz kurios. Ich war im Außendienst tätig für ein Unternehmen von dem Frau Meyer Grußkarten bezogen hat. Wir kannten uns also schon seit drei Jahren. Und so habe ich bei einem meiner Besuche von Frau Meyer erfahren, dass sie aufhört. Das wär' was für mich, dachte ich, vom Außendienst zum Innendienst wechseln und das Geschäft von der anderen Seite der Theke aus erleben. Ich habe zwar einen langen Tag, aber der Umgang mit den Menschen hier - das macht mir große Freude.

Wohnen Sie auch in einer Wohnanlage der Postbaugenossenschaft?

Nein, ich wohne in Kranzberg bei Allershausen, also ziemlich weit nördlich von München. Mein Arbeitstag beginnt also in aller Früh, denn schon um sieben Uhr müssen die Zeitungen vorbereitet werden.

Dann müssen die Konditionen, die Sie von der Baugenossenschaft als Ladenmieter bekommen, besonders günstig sein?

Ich würde sagen, die Konditionen sind normal für Münchner Verhältnisse und für diesen Standort. Die Arnulfstraße ist ja ein Ausläufer vom Zentrum, die Lage in diesem Wohngebiet ist gut, der Laden eingeführt und der Mietpreis angemessen. Selbstverständlich bin ich als Ladenmieter auch Mitglied der Genossenschaft, allerdings kann ich mich wegen meines langen Arbeitstages wenig aktiv einbringen.

Ist die Lage hier an dieser Ausfallstraße nicht schwierig?

Für mich war sehr wichtig, dass hier schon ein guter Kundenstamm besteht. Am Stachus hätte ich natürlich mehr Laufkundschaft, wo Tausende Leute vorbeigehen. Aber dort ist eben auch alles sehr anonym. Und genau das ist es, was ich nicht will. Das persönliche Gespräch mit meinen Kunden ist mir wichtig. Und das habe ich hier.